Kuß im Rinnstein

„Kuß im Rinnstein“

Von Nelson Rodrigues
Mit dem Germanistentheater der Universität Augsburg

 

Liebe und Kabale in Rio de Janeiro. Ein jünger Mann wird vom Omnibus überfahren, stirbt im Rinnstein. Ein anderer jünger Mann rennt zu dem Sterbenden ­ und küsst ihn. Das ist alles. Doch nun setzt sich die Maschinerie der Verleumdungen in Gang. In den alten Stücken wurde sie bewegt von den Sekretären und den Hofschranzen, von den Wurms und Kalbs. Der Drahtzieher der neuen Tragödie (die nur noch Farce ist) ist der Journalist. Er inszeniert einen Skandal, der gar keiner war, ­ denunziert den rührenden Kuß als schwule Schweinerei, mobilisiert falsche Zeugen, erpresst die jederzeit erpreßbare Polizei. In kürzester Zeit sehen alle ( auch der Täter ) die Geschichte mit den Augen des Skandalreporters ­ – mit dem schmutzigen Blick.

Premiere 8 Mai 1999 20.30 Uhr Ort Neue Universität ­ Hörsaal II

Wunder im Winterwald

„Wunder im Winterwald“

Musikmärchen für den Augsburger Christkindlesmarkt Von Michael Eichner-Ruf

 

Eine bunte Mischung aus fetzigem Rock, coolen Hiphop, sanftem Schlager, aber auch Kinderliedern begleitet Niklas und Sofie, die aus ihrer Heimat fliehen müssen und unterwegs von ihren Eltern getrennt werden, auf ihrer Suche nach einem neuen Zuhause. Die Kinder müssen einige Abenteuer und Gefahren überstehen. Sie lernen  Angst und Einsamkeit, aber auch neue Freunde kennen.

Auf einer verzauberten Waldlichtung begegnen sie der naschhaften Leckerhexe Rosina Leckermaul, die zwar gutmütg ist, sich den Fremden gegenüber aber zunächst äußerst mürrisch zeigt. Können die Kinder mit Hilfe ihrer neuen Freunde die Hexe besänftigen? Gibt es einen Ausweg aus ihrer Not? Niklas und Sofie glauben an ihr Glück.

Musik: Ludger Sauer und Michael Eichner-Ruf
Regie und Choreographie: Marcelo Santos
Kostüme: Eugenia Kopp
Bühnenbild: Jürgen Bröll
Erzähler: Michael Haake
Lektorat: Barbara Zapfe
Es spielen die Kinder von der Pestalozzi-Volksschule Augsburg.

Barabadumba

„Barabadumba“

Von Pery dos Santos
… ein phantastisches Tanztheater für Kinder

Libretto: von Nina Rausch
Regie und Choreographie: Marcelo Santos
Musik: Egsberto Gismonte und Marco A. Guimaraes
Kostüme Design: Silke Steyer

 

Barabadumba ist Häuptling eines Dschungeldorfs. Er wird von Mercum mit der großen Nase vom Thron gestoßen, da dieser dank seiner Nase mehr Glück bei der Jagd hat. Deshalb lässt sich Barabadumba vom Zauberer Abraxas eine größere Nase zaubern, welche ihm ebenso zu Jagdglück verhilft. Er macht sich mit Abraxas auf Goldsuche. Während ihrer Abwesenheit reißt ein „Hamburger“ die Macht im Dorf an sich. Barabadumba schlägt sich bei der Goldsuche die Nase ab und stellt fest, dass seine Gier nur Unglück gebracht hat. Deshalb beschließen er und Abraxas zurückzukehren. Der „Hamburger“ wird entmachtet und Mercum wieder Häuptling

Der Reiz des Stücks liegt in der Mischung aus Tanzeinlagen zu brasilianischer Musik und Sprechtexten. Dazwischen gibt der Erzähler Kommentare ab und bezieht mit seinen Begleitern, dem Affen Flippo und dem Kakadu Coro das Publikum mit ein.

Ganz in Weiß

„Ganz in Weiß“

Das erste deutsche Schlagermusical

 

Buch: Arno Löb
Regie und Choreographie: Marcelo Santos
Musikalische Leitung: Christoph Wagner
Bühnenbild: Rainer Terwig
Produzent: Pietro Maniscalco

Die tragische Lebensgeschichte des Schlagermythos‘ Roy Black wird in Augsburg, seiner Geburtstadt, zur spannenden Bühnenrealität.

Der Augsburger Autor Arno Löb lässt in das Libretto viel Bühnenwirksames Zeitkolorit einfliessen. Er wagt den Balanceakt zwischen unterhaltsamer Schlagershow und Drama. Die bunte Schlagerwelt wechselt mit Szenen aus dem Privatleben und verdichtet sich melancholisch. Die musikalische Biographie gestaltet sich als rastlose Wanderung durch Roy Blacks Leben.

Mit Ralf Benson, Silke Fritsche, Robert Jung, Wolfgang Krautwig, Claudio Maniscalco, Bernd Roberts, Chrissy Schulz, Elisabeth Simon, Ursula Stampfli, Marlin Wick u.s.v.

Bernarda Albas Haus

„Bernarda Albas Haus“

von Federico Garcia Lorca
Premiere 1.03.2002 im Kulturhaus abraxas / Augsburg
Theater – Film – Tanz

Regie und Choreographie: Marcelo Santos
Dramaturgie und Kamera:
Steffen Izsak

Dona Bernarda ist eine hochmütige Frau, ihre fünf Töchter lieben sie nicht. Abgeschlossen von der Außenwelt müssen sie um den Tod des Vaters trauern. Es gibt die Hoffnung auf Veränderung, auf Liebe, auf Wahrheit, doch im Wege steht Bernarda, die das Gesetz ist und die alte Ordnung, die sie unerbittlich verficht. Gefühl und Glück sind keine Vorstellungen ihres Denkens. Bernarda kennt nur Ehre. Der untadelige Ruf ihres Hauses ist ihr höchstes Ziel, dem sie bedenkenlos auch das Glück ihrer Töchter zu opfern bereit ist. Bernarda ist jedoch nicht situationsbedingt böse, sondern Vertreterin einer menschenverachtenden, starren, religiösen und familiärer Tradition.

Jahre der Einsamkeit und Gefühlskälte stehen bevor. Allein an der Aussteuer dürfen die Töchter arbeiten, für eine Hochzeit, die nie stattfinden wird, denn nur die älteste Tochter ist wegen des vom ersten Vater geerbten Geldes in der Lage, standesgemäß zu heiraten.
Pepe el Romano, dieser einzige Bräutigam, zieht all die Lebenskraft und ihre Sehnsüchte der Töchter auf sich. Er tritt nie in Erscheinung und entfacht als Abwesender ein stärkeres Begehren als der körperlich Anwesende.

Keine gönnt ihn der anderen, sie kontrollieren und belauschen einander und suchen eine Ausflucht für ihre eigenen Lebenswünsche.

Aus den Verboten des Redens, Träumens und Liebens aber erwächst eine maßlose Sehnsucht des ungelebten Lebens. Nur Bernardas Mutter, im Alter wunderlich geworden, lebt auf absurde Weise die verdrängten Wünsche aller aus und nennt die Dinge beim Namen.
Adela die jüngste Tochter bricht schließlich aus der vorgeschriebenen Ordnung aus.

„Bernarda Albas Haus“ beendete Frederico Garcia Lorca, als sein letztes dramatisches Werk, wenige Wochen vor seiner Ermordung durch die spanischen Faschisten. Lorca zeichnet Psychogramme von Frauengestalten, die zum Nachdenken über Frauen und Macht – Frauen und Sexualität – Frauen und Freiheit anregen.

Die Verschmelzung von Sprechtheater, Tanz und Film macht diese Produktion neu und einzigartig. Die Präsenz der Darsteller auf der Bühne, die fließenden Übergänge der Handlung in dem Film, der in Andalusien gedreht wurde und auf einer großen Leinwand zu sehen ist, erzeugen Bilder, welche den Zuschauer die Gefühle, Sehnsüchte aber auch die Hitze Spaniens spüren lassen. Ein besonderes Erlebnis wird so geschaffen. Dies ermöglicht, in eine fremde Welt einzutauchen und regt gleichzeitig an, Verbindungen zur eigenen zu schaffen.

An dem Tag, an dem man aufhört, gegen seine Instinkte zu kämpfen, hat man gelernt zu leben.“ Federico Garcia Lorca

Zirkus Fuß

Zirkus Fuß kommt in die Stadt

Endlich kommt wieder ein Zirkus in die Stadt. Ein fantastischer Zirkus mit Tieren und Artisten aus aller Welt. Nicht immer waren alle Menschen im Zirkus Fuss glücklich. Vor nicht allzu langer Zeit bangte Herr Zirkusdirektor Fuss um seine schönen Tiere, denn das Geld war knapp und er konnte fast kein Heu für die Pferde Zirkus Fuss - Plakatund Elefanten oder Fleisch für die Raubtiere einkaufen. Seinen Artisten und treuen Mitarbeiter bezahlte Herr Zirkusdirektor Fuss schon lange kein Geld mehr. Die Zuschauer blieben einfach aus und wollten immer interessantere Dinge unternehmen.

Deshalb ging Herr Fuss immer wieder zum Bankdirektor, um sich sehr viel Geld zu leihen. Der Bankdirektor freute sich, dass Herr Fuss immer mehr Schulden bei ihm machte und er dachte tatsächlich daran, den Zirkus zu übernehmen, um sich seinen Kindheitstraum zu erfüllen: Er wollte mit dem eigenen Zirkus durchs Land ziehen. Der Zirkusdirektor suchte verzweifelt einen Ausweg, um seinen Zirkus nicht zu verlieren und seine Tiere nicht verkaufen zu müssen. Constanze, seine Tochter, kam auf die Idee, doch einfach den großen Zauberer Allesweg, der in der Nähe gerade Urlaub machte, anzurufen, um ihn zu bitten, bei ihnen aufzutreten. Dann würden die Zuschauer in Scharen zu ihnen kommen, sie hätten Geld und könnten es an den Bankdirektor zurückzahlen, so dachte Constanze. Herr Fuß ließ sich von Constanze überreden und rief Herrn Zauberer Allesweg einfach an und erklärte ihm sein Anliegen. Herr Allesweg war gar nicht begeistert, seinen wohlverdienten Urlaub für einen Auftritt im Zirkus Fuß zu unterbrechen und wollte eigentlich lieber weiter faulenzen. Als Constanze das hörte, beschloss sie kurzerhand, den Zauberer Allesweg für die nächste Vorstellung anzukündigen, damit soviel Zuschauer wie möglich angelockt werden und das obwohl sie wirklich nicht wußte, ob er nun tatsächlich kommen würde, der große Zauberer Allesweg. Und dann begann die Vorstellung …..